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Gedanken und Gefühle prägen die Persönlichkeit des einzelnen Menschen und beeinflussen sein Leben und Schicksal. Materielle Wünsche, ausgeprägte Neigungen und Begabungen, Zwangshandlungen und Süchte, Unfähigkeiten und Ängste, - die gesamte Psyche, der Denk- und Gefühlsapparat wird geprägt von Meinungen, Urteilen, Sehnsüchten und Wünschen. Der Mensch ist gewöhnt, sich nur mit dem Sichtbaren zu beschäftigen. Gedanken sind jedoch unsichtbar. Dennoch besitzen sie Wirksamkeit. Sie wirken sich also in dem aus, was wir Wirklichkeit nennen. Deshalb ist es alles andere als egal, WAS ein Mensch denkt und fühlt. Der Mensch sendet nicht nur Gedanken aus, sondern er empfängt auch andere Gedanken, nimmt sie auf, nährt sie - mehr oder weniger - und lässt sie wieder los. Daskalos , ein Weisheitslehrer aus Zypern, nannte diese Gedankenwesen "Elementale". Wer intensiv etwas denkt oder wünscht und sich davon eine Vorstellung schafft, erzeugt also ein solches Gedankenwesen. Vorstellung und Konzentration geben geistige Energie hinein. Je öfter und intensiver diese Vorstellung genährt wird, umso größer und stärker wird das Elemental. Irgendwann lässt man den Gedanken wieder los. In diesem Moment löst er sich von uns und nimmt sein Eigenleben auf. Man kann sich das wie eine Seifenblase vorstellen, die unsere Vorstellung enthält. Diese Seifenblase hat die Tendenz, zu ihrem Erzeuger zurück zukehren, um sich mit weiterer Energie zu versorgen. Schon drängt sich wieder die Vorstellung auf, die man selbst geschaffen hat, und fordert Aufmerksamkeit. Solcherlei Vorgänge sind der Hintergrund des Satzes von Goethe "Ach, die Geister, die ich rief, die werd ich nun nicht los!" So entstehen Gewohnheiten, Süchte, Abhängigkeiten, Zwänge und Ängste. Es beginnt mit einem kleinen Gedanken, dem man die Tür öffnet, den man wälzt und damit nährt und füttert, den man groß und stark werden lässt, und der den Betreffenden schließlich in der Hand hat. Wer seine Gedanken und Gefühle unkontrolliert und unbeobachtet wuchern lässt, wird letztlich ihr Opfer. Natürlich denkt jeder Mensch, dass er gegen seine Gedankenwesen kämpfen muss, um sie wieder los zu werden. Doch jegliches Kämpfen stärkt sie nur. Sie bekommen damit Aufmerksamkeit und Zuwendung, wenn auch negative. Eine gute Methode ist ignorieren. Man sagt: "Geht mich nichts an." oder: "Bin ich nicht". Es hilft auch, sie einfach nur anzuschaun, wie sie kommen und gehen. Wir machen uns also zum Beobachter des Ganzen, ohne Wertung, ohne Ablehnung, einfach nur gucken. Elementale, insbesondere Sucht-Elementale kommen gerne überraschend, als Impuls. Hier ist der Beobachter gefordert, auch Impulse nur anzuschauen und nicht gleich spontan Folge zu leisten, sondern das Entstehen und Vergehen des Impulses anzuschaun. Das ist der Weg, Süchte aufzulösen. Sicherlich ist dies ein langer Weg - aber ein wirksamer. Das größte und mächtigste Elemental ist unsere Überzeugung, eine "Person" zu sein, ein Ich zu sein, getrennt von allem anderen. Dies ist die größte Illusion des Menschen, und sie ist am schwersten auszurotten. Diese Illusion jedoch erzeugt die Trennung vom Göttlichen, von uns selber, die wir ja ein Teil Gottes sind und gleichzeitig das Ganze auch. Hier ein Text von Swami Vivekananda zum gleichen Thema: Vivekananda Mehr zum spirituellen Weg finden Sie auf dieser Seite: http://www.inne-sein.de/ |