Vivekananda

Swami Vivekananda, (geb. 12.1.1863, † 4.7.1902) war Schüler von Sri Ramakrishna und gründete nach dessen Tod die Ramakrishna-Mission. Er war ein Vertreter des Indischen Yoga, jedoch, wie sein Lehrer, in einer offenen Art und Weise, die alle Relgionen als eigenständige Wege toleriert, sich Gott zu nähern, bzw. in ihm aufzugehen. Er war ein gelehrter, kritischer Geist, dessen Skepsis jedoch von der Authentizität, Liebe und Glaubwürdigkeit seines Lehrers Ramakrishna besänftigt wurde. Vivekananda hat auf seine persönliche Art und Weise das Wesen der Gedanken beschrieben. Und dieser Textausschnitt aus dem Buch "Karma-Yoga und Bhakti-Yoga" soll hier wieder gegeben werden, weil dieser große Weise und Heilige in seinen Worten die Lehre von den Elementalen, wie sie Daskalos genannt hat, bestätigt.

Hier nun der Auszug:

"Um ein Bild aus der Physik zu nehmen, können wir sagen: Unser Gemüt ist bei Ausführung einer bestimmten Handlung in einem bestimmten Vibrationsstadium. Alle Gemüter, die sich in der gleichen Verfassung befinden, haben die Tendenz, von dem unseren beeinflusst zu werden. Es ist allgemein bekannt, dass mehrere gleich gestimmte Instrumente in einem Raum mitschwingen, wenn eines davon angeschlagen wird. Ebeneso werden alle Gemüter, die, wenn man so sagen darf, in der gleichen Spannung sind, vom gleichen Gedanken beeindruckt. Natürlich ist der Einfluss des Gedankens nicht imer gleich stark - Entfernung und viele andere Ursachen spielen da eine Rolle -, aber das Gemüt steht diesen Einflüssen immer offen. Begeht zum Beispiel jemand eine böse Tat, so befindet sich sein Gemüt in einem bestimmten Schhwingungszustand, und die Möglichkeit ist gegeben, dass alle Gemüter in der ganzen Welt, die sich im gleichen Zustand befinden, die Schwingungen seines Gemütes aufnehmen. Genauso geht es natürlich mit der guten Tat. Das Ausmaß der Macht, die ein Gemüt auf das andere ausübt, hängt von der Stärke der jeweiligen Spannung ab, mit der eine Tat begangen oder ein Gedanken gedacht wird.

Wenn wir diesen Vergleich fortführen, so können wir sagen, dass die Wellen unserer Gedanken wie die Lichtwellen, die Tausende von Jahren wandern, ehe sie auf ein empfangendes Auge treffen, ebenfalls vielleicht lange Zeit benötigen, ehe sie dorthin finden, wo eine gleiche Schwingung besteht. Es ist deshalb durchaus möglich, dass unsere Atmosphäre angefüllt ist von solchen Gedankenschwingungen, sowohl guten wie bösen. Jeder Gedanke, den ein Gehirn versendet, schwingt gleichsam hinaus, bis der dort auftrifft, wo er empfangen werden kann. Jedes Gemüt, das dem Empfang solcher Impulse offen steht, kann sie augenblicklich aufnehmen. Wenn also ein Mensch eine böse Tat begeht, so hat er sein Gemüt in einen gewissen Spannungszustand versetzt, und alle Wellen, die mit diesem Spannungszustand überein stimmen und die sich gleichsam bereits in de Atmosphäre befinden, mühen sich eifrig, in sein Gemüt zu dringen. Das ist der Grund, warum der Übeltäter für gewöhnlich Böses zu Bösem fügen muss. Sein Wirken wird von diesem Zustrom verstärkt. Das gleiche geschieht dem, der Gutes tut. Er öffnet sich allen guten Wellen, und seine Neigung zum Guten wird dadurch noch größer. Daher setzen wir uns, wenn wir Böses tun, einer doppelten Gefahr aus. Erstens öffnen wir uns allen Einflüssen, die uns umgeben, und zweitens bringen wir Übles hervor, das wiederum andere beeinflust, wenn auch vielleicht erst Hunderte von Jahren später. Durch die böse Tat schädigen wir also gleichzeitig uns und unsere Mitmenschen. Wie alle anderen Kräfte im Menschen, wird auch die Macht zum Guten wie zum Bösen von außen gespeist. "