Loslassen und Hingabe

Loslassen können wir getrost den Glauben, ein persönliches Ich zu sein. Wir alle identifizieren uns ständig mit dieser eingebildeten Krankheit namens "Ich". Wir haben dieses Ich all die Jahre unseres Lebens gefüttert, haben es vor die Wirklichkeit gestellt und haben uns damit von ihr und damit Gott und damit uns selbst getrennt.

Wenn man dies verstandesmäßig einsieht, ist es wichtig, eines zu wissen: es ist nicht möglich, das Ego aufzulösen, einfach so abzulegen oder weg zu drücken! Worum es geht ist, die IDENTIFIKATION damit aufzulösen. Die Vorstellung, dies seien wir! Wir sind es nicht. Wirklich nicht! Es ist eingebildet.

Diese Wirklichkeit erschließt sich dann im Erwachen. Bis dies geschieht können wir mit vielen kleinen Loslassens "üben". Wer seinen Körper beobachtet, spürt die immer wieder kehrende Verkrampfung, die entsteht, wenn man am Ich festhält, und diese - loslassen. Gedanke, Gefühle, Impulse kommen und gehen, man kann versuchen loszulassen. Im Loslassen und tiefen Entspannen verringern wir subtil und allmählich die Macht, die dieses Ego über uns hat, weil wir seine Veränderbarkeit und die Flüchtigkeit der Gedanken und Gefühle erkennen. Und vielleicht gelingt es eines Tages, oder auch sofort, die Identifikation zu beseitigen.

Loslassen geht vom Verstand aus, Hingabe vom Gefühl. Wer an einen persönlichen Gott glaubt, dem fällt es leichter - sich hinzugeben. Vergegenwärtigt man sich, dass Gott in uns anwesend ist und vertraut man dieser liebevollen Anwesenheit, die nichts weiter braucht als sich, so kann man versuchen, alles eigene Wollen und Streben dieser Gegenwart hinzugeben. Eine Voraussetzung für diese Art der Hingabe ist Sehnsucht und die Einsicht, dass man selbst nichts tun kann und, dass die Illusion, ein Ich zu sein, in die Irre führt.

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