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Jeder Mensch kennt sie: die Sehnsucht nach Glück und Erfüllung, die Sehnsucht nach Sinn. Sie ist eine Grundeigenschaft des Menschen und findet ihren Ausdruck in Kunst, Philosophie und Religion. Die höchste Sehnsucht des Menschen ist die nach Gott, nach der Verschmelzung mit Ihm. Diese Sehnsucht ist die der Mystiker aller Religionen. Alle Sehnsucht nach Anderem ist ein Abglanz dieser Sehnsucht. Der Gedanke: "Ich bin Ich" erzeugt eine Distanz, eine Kluft. Man setzt sich damit in Beziehung zu einem imaginären Ich als einem Gegenüber. Man trennt sich von sich selbst, indem man glaubt, zwei zu sein - einerseits das Ich und andererseits derjenige, der das Ich erkennt. Würden wir lediglich sagen "Ich bin", so würde keine Trennung entstehen. Die felsenfeste Überzeugung, ein Ich zu sein, verdrängt das Gefühl der Einheit, in dem kleine Kinder noch so sicher aufgehoben sind. Dies ist ein großer Verlust, ein großer Schmerz für die menschliche Seele, die doch substanziell verbunden ist mit allem und nicht getrennt. Diese Einheit wird von Stund an schmerzlich vermisst, und aus dieser Trennung von sich selbst resultiert die Sehnsucht. Sie erzeugt in uns ein Gefühl des Mangels und fühlt sich an wie ein Loch, das gefüllt werden möchte, das aber einfach durch nichts wirklich zu stopfen ist. Wir verlangen nach Diesem und Jenem, doch kaum ist ein Wunsch erfüllt, so entsteht schon der nächste. Es ist ein Fass ohne Boden, denn diesen Mangel können wir nicht mit den Mitteln dieser Schein-Persönlichkeit füllen. Viele Menschen stürzen sich in Aktivitäten, Arbeit, Liebe, Drogen, Alkohol, um diese Sehnsucht nicht mehr spüren zu müssen. Doch sie läßt sich nicht auf Dauer verdrängen und bricht immer wieder hervor. Wenn du sie spürst, weißt du, dass es Zeit ist zu suchen. Die Sehnsucht ist ein Lehrmeister, ein Wegweiser und Indikator. Sie zeigt, dass etwas Grundlegendes nicht stimmt in unserem Leben. Sie zeigt uns, dass es etwas zu suchen und etwas zu finden gibt. Gott, wir selbst, sind uns abhanden gekommen. Wer aufrichtig nach dem Göttlichen sucht und nach dem Erwachen verlangt, sollte auf die Sehnsucht einen besonderen Schwerpunkt legen. Er sollte alles fördern, was sie vergrößert und Bedingungen schaffen, unter denen die Sehnsucht ins Unermessliche wachsen kann. Er soll sich klar machen, wie unendlich getrennt und einsam er sich fühlt. Es ist ein großes Leiden unter dieser Sehnsucht, ein innerer Schrei nach Hilfe. Dieses Leiden soll jedoch nicht Selbstzweck sein oder ins Selbstmitleid führen, doch es soll uns an den Rand unserer Kraft führen. Emotional und Intellektuell, weil:
Hab keine Angst: du wirs IHN finden, dich selbst! Es gibt ein Ende der Sehnsucht, die Erfüllung der Sehnsucht, - und nicht nur für einen Moment, sondern für immer. Diese Erfüllung liegt nicht im richtigen Partner oder in der richtigen Lebenssituation, auch nicht im ausreichenden Einkommen oder in der Befriedigung anderer Wünsche. Und da es diese Erfüllung gibt, gibt es auch wirkliches und wahres Glück - tief innen, im All-eins-Sein, in einer Geborgenheit und Aufgehobenheit, die unser eigentliche Heimat ist. Diese Erfüllung ruft nach uns als Sehnsucht, sie kommt uns entgegen, und eines Tages erreicht sie uns. Dann endet die Suche und damit alle Fragen. Mehr zum spirituellen Weg finden Sie auf dieser Seite: http://www.inne-sein.de/ |