Der spirituelle Weg: Inne-sein

 

In jedem Menschen wohnt die Sehnsucht nach Frieden, Liebe, Harmonie und Schönheit. Dies ist die Sehnsucht nach dem Göttlichen, das uns bedingt und in die Welt geschickt hat und nach dem, was uns verloren gegangen ist: wir selbst. Wer diesem Sehnen, das in jedermanns Brust wohnt, bewusst folgt, wer nach Gott dürstet und Gotteserkenntnis sucht, geht den sogenannten "spirituellen Weg". Der Wege sind zahllose, denn jeder Mensch ist einzigartig, ebenso wie sein Schicksal und seine Erfahrungen einzigartig sind. Deshalb ist auch eines jeden Weg einzigartig.

Das erklärte Ziel des spirituellen Weges ist das Erwachen, die Erleuchtung, auch Befreiung oder "Verwirklichung" genannt. Auch wenn letztendlich so ist, dass das zu intensive Sreben danach es letztlich wieder verhindert, so ist es doch für eine unbestimmte Zeit völlig legitim und ein guter Motor, nach Erleuchtung zu verlangen. Dieser Wunsch erst erzeugt die Suche. Denn die Erleuchtung steht für das Verschmelzen mit Gott - mit uns selbst. Und was soll uns antreiben, wenn nicht das?

Erwachen ist aber etwas, das jedem geschehen kann, auch wer nicht "spirituell" ist, auch wer nicht bewusst sucht, kann dies erleben. Denn im Erwachen geschieht ja nichts, was uns fremd wäre, sondern es ist ein zutiefst menschliches Geschehen. Kinder und Tiere leben immer in diesem göttlichen Zustand, in dem es kein Gefühl der Trennung gibt, keine Unterscheidung in "Ich" und "Du". Angestrebt wird dieses Erwachen nur vom spirituellen Sucher, vom Gottsucher, der unter der Getrenntheit leidet und nach Einssein und Frieden hungert.

Wer sich verwirrt fühlt, vom komplexen Angebot in Esoterik, Philosophie und Religion, dem bleibt, in sich selbst zu forschen um eine Richtung zu finden, die ihm am besten entspricht, oder ganz unabhängig zu bleiben. Man muss keiner Schule folgen, um irgendwann Erlösung zu erreichen, man kann aber einer Schule folgen. Man sollte aber dann der Versuchung widerstehen, sich an neue Raster zu klammern, die Sicherheit versprechen. Unabhängigkeit und ein kritisches, wachsames Auge sind nicht nur hilfreich, sondern auch notwendig, um sich zurecht zu finden. Ehrlichkeit zu sich selbst und das Verlangen nach Klarheit sind die besten Wegweiser. Die Sehnsucht in uns ist der Antrieb und der Garant dafür, dass es tatsächlich etwas zu finden gibt - und sie zeigt, dass es noch nicht gefunden ist.

Keine Schule, kein Meister, kein Führer kann es uns abnehmen, dass wir "erwachsen" werden und die Verantwortung für uns selbst übernehmen, dass wir beginnen, Entscheidungen bewusst zu treffen und hinter ihnen zu stehen. Für die meisten Menschen ist es hilfreich, eine Leifigur zu haben - jemanden, der diesen Weg bereits gegangen ist und die Erfahrung des Erwachens gemacht hat, denn er hat einen anderen Blickwinkel und kann wertvolle Hinweise geben. Viele von ihnen nennen sich selbst jedoch nicht "Meister" sondern einfach "Mensch". - Wer sich selbst als "Guru" oder Meister bezeichnet, ist oft keiner - denn das Erwachen führt in die Erfahrung, dass wir alle gleich sind, alle dasselbe sind und niemand dem Anderen vorstehen kann.

Dem spirituellen Weg zu folgen, sollte mehr und mehr innerlich frei machen - und weg davon, immer neue und andere Gedankenkonstrukte und Theorien zu basteln. Wer das Innesein praktiziert gewahrt irgendwann, dass seine Persönlichkeit, also das was er sein "Ich" nennt, in einem ständigen Wandel begriffen ist. Und vielleicht erkennt er eines Tages, dass er diese Persönlichkeit nicht wirklich sein kann. Das Erwachen bringt dann das Ende der Suche, die Erfüllung der Sehnsucht, die Sattheit dessen, der ES endlich gefunden hat. Dann plötzlich fällt es wie Schuppen von den Augen.... und eine unbeschreibliche Erleichterung hält Einzug. Das eines Tages zu erleben und tief innerlich zu erfahren ist der Sinn des spirituellen Weges.

Mehr zum spirituellen Weg finden Sie auf dieser Seite: http://www.inne-sein.de/